Tag Archiv für Ironman

Hawaii 2011

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#9.10.2011

Es ist vollbracht! Das zweite Saisonziel hab ich auch erreicht! Gleich das Ergebnis vorab:

 

Bester Österreicher!!!

 

3.Rang in der M30-34

 

36.Rang OVERALL bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii

 

Meine Zeit: 8:58:50

 

Was soll ich sagen: EINFACH GEIL ;) (Also den folgenden Rennbericht nicht falsch verstehen. Ich bin absolut zufrieden mit meiner Leistung! Jedoch sehe ich als nunmehr Profi meine Rennen immer überaus kritisch und suche nach Verbesserungsmöglichkeiten in jeder Hinsicht. Denn nur so ist ein Fortschritt möglich)

 

Wie schon erwähnt ist im Vorfeld alles super verlaufen und ich konnte mich sehr gut akklimatisieren und die finalen Schritte perfekt setzen. Alles spitzte sich am Kona Pier zusammen. Check in, bodymarking und der gesamte Ablauf ist sehr genau, nahezu militärisch organisiert und lief dahe,r trotz fast 2000 Starter, reibungslos! Ich war sehr guter Dinge und freute mich auf das Rennen und die Auftaktdisziplin, meiner vermeintlichen Stärke. Alle guten Schwimmer platzierten sich in der Nähe des Piers, um die dort vorherrschenden Strömungsbedingungen nutzen zu können. Demzufolge ist das Gedränge in diesem Bereich am größten. „Einfach einen schnellen Start hinlegen und der Rauferei um die Plätze entgehen“, dachte ich mir. Doch das haben sich alle anderen auch gedacht! Bei einer WM ist es dann halt nicht wie bei hiesigen Rennen mit zwei drei guten Schwimmern am Start, sondern einigen mehr. Kurz gesagt bin ich in die berühmte Waschmaschine geraten und bezog Prügel ohne Ende. Nach ungefähr 1500m konnte ich mich wieder orientieren und versuchte ein Reset des Systems. Zum Glück hat das auch funktioniert und ich konnte den Rest der Strecke meinen Rhythmus finden und Platz für Platz gut machen. Leider hat die Startphase sehr viel Zeit und Energie gekostet und ich hab mich beim Schwimmen weit unter meinem Wert geschlagen. Die verlorenen Minuten sollten aber noch große Auswirkungen auf das gesamte Renne haben. Wie schon eine alte Triathleten Weisheit sagt: Man kann das Rennen beim Schwimmen nicht gewinnen, aber verlieren.

Also bin ich irgendwo im vorderen Mittelfeld aus dem Wasser gestiegen und wechselte mit einer großen Gruppe aufs Rad. Vor allem in der Anfangsphase ergeben sich da viele Überholmanöver und Platzierungswechsel bis sich das Feld sortiert hat. In dieser Phase ist es immer gefährlich beim Drafting (Windschattenfahren) erwischt zu werden. Leider kann man Situationen in denen man den Abstand zum Vordermann nicht einhalten kann nicht vermeiden und es werden immer ein paar Strafen verhängt. Diesmal hat es mich erwischt. Vier Minuten, abzusitzen im nächsten Penalty Zelt. Nach dem ersten Ärger musste wieder eine Planänderung her. Bis zu dem Zelt waren es noch rund 40km und ich entschied mich mehr Druck zu machen und dann die Strafzeit zum „Ausrasten“ zu nutzen. Man glaubt ja gar nicht wie lange die Minuten sein können wenn ein Athlet nach dem anderen vorbeirauscht :(

In dieser Situation heißt es Energie tanken sowohl körperlich als auch mental. Für mich wurde von Rang zu Rang den ich verlor die Motivation alle Kontrahenten wieder zu stellen immer größer!! Und genau so verlief es dann auch bis zum Schluss der Radstrecke Vom 60. Platz der Altersklassenathleten arbeitete ich mich sukzessive auf den 6.Platz nach vor! Die Abfahrt von Hawi war für mich als „Hosenscheisser“ ein Angst oder besser gesagt ein Respektgegner. Ich  hab aber auch diese nach der Devise „Augen zu und durch“ gut gemeistert. Radzeit ohne Strafe 4:40. Das kann sich sehen lassen.

Natürlich hat die Aufholjagd ihre Spuren hinterlassen und einige Körner gekostet. Die ersten 5km der Laufstrecke waren die Hölle! Ich musste mich sogar übergeben und konnte einfach keinen Rhythmus finden. Zum Glück hat trotz der kurzzeitig auftretenden Übelkeit die Ernährung (wäre absolut fatal gewesen wenn ich keine Nahrung oder Flüssigkeit mehr aufnehmen hätte können. Unausweichliches DNF wäre die Folge gewesen) wieder tadellos funktioniert.

Ich konnte meinen Schritt finden und war durch die ständigen Infos von Gerald immer super am Laufenden über die Rennsituation. Nach dem „Heartbreak Hill“ die Palani Road ging es hinaus auf den Highway. Zehn Kilometer gerade aus. Ohne Schatten. Glühender Asphalt. Mittagszeit. Da ist die Kühlung des Systems das Um und Auf und ich kämpfte mich von Labestation zu Labestation. Im Hinterkopf hatte ich immer schon den bereits erwähnten Knackpunkt der Laufstrecke: Das berüchtigte Engergy Lab! Eine gefühlte Ewigkeit weiter bog ich dann in das Besagte ab. Zur Hitze kommt dort noch dazu, dass der Wind wegfällt. Am gestrigen Tag gab es auch eine direkte Sonneneinstrahlung. Oftmals zieht es in der Gegend der Insel um die Mittagszeit etwas zu und es wird erträglicher. Zu dem Zeitpunkt war ich komplett in mich gekehrt und spielte alle meine mentalen Fähigkeiten aus. Und schon war es geschafft. Labestation erreicht und ich bog Richtung „Heimwerts“ auf den Highway ab. Noch zwölf Kilometer. „Das ist jetzt auch noch zu packen“, dachte ich. Und dann kam er. Der Mann mit dem Hammer. Ich konnte mein Tempo kaum noch halten, musste in den Labestationen gehen und bekam noch dazu Druck von Hinten!

Zu diesem Zeitpunkt war alles Vorangegangene unwichtig. Das Rennen war neu gestartet und es wurde hart, sehr hart. Ich pushte mich mit Hilfe von Gerald in eine andere Dimension und quälte mich sehr. Five k to go! Die Oberschenkel kurz vor dem Krampf und noch zwei Hügel, dann geht’s ins Ziel nur mehr bergab. Das ist das Stichwort bergab. Die schlimmsten Schmerzen hatte ich dann die Palani Road bergab. Das brauch ich so schnell nicht wieder!! Danach kann ich mich nicht mehr an viel erinnern ich war absolut am Limit und darüber hinaus ;) Ich habe mein Bestes gegeben und leider hat mich der nun Zweite in meiner Altersgruppe auf der Zielgeraden überholt. Die Ziellinie überquerte ich mit der österreichischen Flagge (war mit Kate Allen bei ihrem Olympiasieg und  Eva Wutti bei ihrem Vize Europameistertitel auch dabei!!) unter 9 Stunden. Ein sensationelles Debüt hier in Kona!

YOU ARE AN IRONMAN!!!!! Und dann haben die Knie nachgegeben! Perfektes Timing!

 

Es sei noch einmal nachdrücklich erwähnt, dass solche Leistungen alleine nicht möglich wären!!! Daher ein RIESIGES DANKESCHÖN an

 

Trainer, Freund und besten Betreuer den man sich denken kann GERALD!!!

 

meine FAMILIE (sowohl Fink als auch Maier :) ) welche immer an mich geglaubt  und mich stets unterstützt haben!!!

 

Meine SPONSOREN!!!! Ohne Kohle und Ausrüstung geht’s nicht!!!

 

Und last but not least meine DORIS!!! Du bist der Allergrößte und Allerwichtigste Rückhalt für mich! 50% gehören wie immer DIR ;)

 

Fotos gibt’s wie immer auf der Fanpage.

Heute werde ich noch die Siegerehrung genießen und danach geht’s für ein paar  Tage auf die Insel Oahu zur Regeneration!

 

Danach werden die nächsten Schritte zur Saisonplanung 2012 als PRO Athlet gemacht. Ich halte euch am Laufenden!

 

#7.10.2011

Ruhig ist es geworden. Der Grund ist ein einfacher. Alle Fäden laufen am Samstag um 7:00 in der Früh am Kona Pier zusammen und das erfordert meine gesamte Konzentration. Ganz kurz notiert: Alle Vorbereitungen sind ohne jegliche Probleme über die Bühne gegangen. Das Rennen ist bis ins Detail analysiert worden und der Plan steht. Ich bin in Topform und freue mich auf den Wettkampf und die Erfahrung Hawaii.

Schon im Voraus möchte ich mich bei den zahlreichen “Daumendrückern” zu Hause vor den Bildschirmen und Videowalls bedanken! YOU ROCK ;)

Bis bald, Mario

PS: Die Termine->

Meine Zwischenzeiten:

http://tracking.ironmanlive.com/newathlete.php?rid=1143239861&race=/events/ironman/worldchampionship/&bib=1608&beta=

WATCH IRONMAN HAWAII 2011:

SERVUS TV: Di, 11.10: 0:15 und als Whg Mi, 12.10. 15:05 jeweils 52 Minuten
IRONMANLIVE.COM: 08.10.2011, ab ca. 18:00 Uhr
SRM Wattmessdaten auf SRMLIVE.DE 08.10.2011, ab ca. 18:45 Uhr
HR: “heimspiel! extra”, 09.10.2011, 0:50 – 4:30 Uhr
NDR: Ironman – Zwei Rostocker auf Hawaii: Porträt zweier Sportler, 09.10.2011, 23:15-23:45 Uhr

 

#3.10.2011

Hallo! Es ist wieder Zeit für ein kleines Update von der Insel J Gleich vorab für alle die es noch nicht gesehen haben. Ein neues Fotoalbum gibt’s auf meiner Facebook Fanseite. Einfach nebenan klicken. Man muss übrigens nicht bei Facebook registriert sein um diese Seite vollständig zu sehen.

Die Tage verfliegen hier nur so. Das große Finale rückt immer näher und ich freu mich schon drauf. Mittlerweile bin ich heilfroh, dass unser Appartement ein Stück von Kona entfernt ist. Am Alii Drive spielen sich unglaubliche Szenen ab. Die Männer sowieso nur mit nacktem Oberkörper, Damen nur mit Tops und alle fliegen mit mehr als Wettkampftempo durch die Gegend. Entweder die sind alle so gut oder das übertriebene Posing fällt unter die Kategorie „Übermut tut selten gut!“. Ich glaub ja eher, dass die zweite These zutrifft ;)

Für mich laufen die Vorbereitungen sehr gut! Alle Einheiten unter der Beobachtung von Trainer Gerald. Das macht Sinn!!!

Mit Michi Weiss hab ich auch schon die eine oder andere Schwimmeinheit absolviert und mir dabei wertvolle Tipps für das Rennen geholt. Michi ist heuer wieder in sensationeller Form und auf dem besten Weg sein Vorjahresergebnis zu übertreffen (im Vorjahr war er 13.overall!!).

Mit dem Natural Energy Lab, einer der Schlüsselstellen auf der Laustrecke, hab ich auch schon Bekanntschaft gemacht! Wie in einem Backofen kommt man sich da vor. Die oberste Devise am Samstag wird sowieso kühlen, trinken, essen, trinken und noch einmal kühlen sein!!

Mein neues Wettkampfdress von Cocoon ist für diesen Bewerb bestens geeignet. Sehr angenehm zu tragen und hervorragende Kühleigenschaften. Danke an Walter Lorentschitsch (www.cocoonsports.com).

Bis morgen am Nachmittag gilt es noch so gut wie möglich ohne Kohlehydrate auszukommen und die letzten Speicher zu leeren. Danach beginnt der angenehmere Teil der Saltin Diät J Carboloading bis zum Abwinken. Dann sollte in der Hinsicht für den „big dance“ alles vorbereitet sein.

 

So weit, so gut! Mir bleibt nur noch zu sagen: Hang loose! Und bis bald.

 

PS:Einen letzten kurzen Bericht wird’s vor dem Rennen bestimmt noch geben!

 

#30.9.2011

Beinahe eine Woche sind wir nun schon hier und alles läuft absolut nach Plan. Morgen kommt Trainer Gerald nach und es warten noch ein paar qualitativ hochwertige Trainings auf mich! Die Radstrecke hab ich schon weitestgehend besichtigt. Das Quartier auf halber Strecke Richtung Wendepunkt in Hawi zahlt sich aus ;) In den nächsten Tagen ist die Laufstrecke inklusive dem berüchtigten Natural Energy Lab (ein Knackpunkt auf der Laufstrecke mit den höchsten Temperaturen des Bewerbs von bis zu 40°C) dran. Das Schwimmen im Meer bereitet mir zum Glück gar keine Probleme! Ich fühle mich pudelwohl in dem Riesenaquarium. Ein paar Eindrücke mehr gibts wieder auf meiner Facebook Fanpage (einfach das Symbol nebenan anklicken). Viel Spaß damit!

 

# 27 09 2011

So, wie versprochen nun der erste Bericht von der Insel:

Der Flug war lang aber ich hab die Zeitumstellung und die Strapazen mittlerweile sehr gut weggesteckt. Es hat bisher sowieso alles wie am Schnürchen gezogen funktioniert. Das Gepäck und mein Rad sind unversehrt angekommen, wir haben uns in unserem Quartier (etwa 30 Autominuten von Kailua entfernt) super eingelebt und mein Trainingszustand steuert langsam aber sicher in Richtung Höchstform!

Die ersten Streckenbesichtigungen hab ich auch schon erledigt. Unser Ressort liegt ja ohnehin direkt am Queen K Highway also der Radstrecke. Das erste Schwimmen in der Bucht von Kailua war auch gleich ein Highlight. Nach ein paar hundert Metern im Pazifk tauchten plötzlich einige Delphine auf und ich konnte mich ihnen  ohne Probleme nähern :) Scheinbar sind sie Gesellschaft gewöhnt und überhaupt nicht scheu. Oder sie nutzen die Ruhe vor dem Sturm. Denn noch ist es noch relativ ruhig hier in der Gegend. Kein Gedränge beim Schwimmen oder sonstwo. Das wird sich in nächster Zeit bestimmt ändern. Es werden sicherlich bald einige irre Triathleten mehr unterwegs sein.

Ich werde berichten. Ein paar “Strandfotos” gibts auf meiner Facebook Fanpage!

“Aktionbilder” und vieles mehr gibts im nächsten Bericht, bis bald.